Positionierung finden

Wie finde ich als Coach meine Positionierung?

Du findest deine Positionierung über drei Fragen, die an deiner Ausbildung vorbeigehen. In welchen Momenten fühlst du dich am lebendigsten in deiner Arbeit? Was sagen andere über dich, das du selbst als unwichtig abtust? Und welche Transformation erleben deine Kunden, die nichts mit deiner erlernten Methode zu tun hat? Die Antworten zeigen auf deine Essenz — und aus der entsteht der Satz.

Frage 1 — Wann vergisst du die Zeit?

Die Frage lautet nicht «Was mache ich am häufigsten?», sondern «Wann vergesse ich die Zeit? Wann spüre ich, dass das, was ich tue, genau richtig ist?» Diese Momente zeigen, wo deine natürliche Stärke liegt. Es ist der Punkt, an dem Arbeit aufhört, Arbeit zu sein.

Frage 2 — Was tust du ab, das andere an dir sehen?

Hast du Sätze gehört wie «Du hast eine besondere Art zuzuhören» oder «Bei dir fühle ich mich sofort verstanden»? Und hast du gedacht: «Das kann doch jeder»? Genau das, was sich für dich selbstverständlich anfühlt, ist oft dein größtes Geschenk. Es versteckt sich hinter deiner Selbstverständlichkeit.

Frage 3 — Was erleben deine Kunden jenseits der Methode?

Viele Coaches beschreiben, was sie methodisch tun. Wenige beschreiben, was ihre Kunden erleben. Die Transformation liegt selten in der Technik. Sie liegt in dem, was zwischen den Zeilen passiert: im Raum, den du hältst, in der Art, wie du Fragen stellst, in deiner Präsenz.

So arbeitest du mit den drei Fragen

Nimm dir für die drei Fragen einen Abend Zeit und beantworte sie schriftlich. Sammle zu jeder Frage fünf konkrete Situationen aus deiner Arbeit, mit dem Menschen, dem Moment und dem Satz, der damals gefallen ist. Auf dem Blatt, das dabei entsteht, zeigen sich Muster. Achte auf Worte, die mehrfach auftauchen, und auf Momente, die dich selbst überrascht haben. Das Muster, das sich wiederholt, ist der Rohstoff für deinen Satz.

Vom Muster zum Satz

Wenn das Muster sichtbar ist, baust du daraus einen Satz mit drei Teilen. Du benennst, mit wem du arbeitest, was diesen Menschen im Weg steht und was nach der Arbeit mit dir anders ist. Schreib zehn Fassungen und sprich sie laut aus. Der richtige Satz fühlt sich beim Aussprechen weniger wie Werbung an und mehr wie ein Geständnis. Die erste Fassung überlebt dabei fast nie, und das ist ein gutes Zeichen.

Die häufigsten Sackgassen

Drei Sackgassen begegnen uns in den Essenzgesprächen am häufigsten. Die erste ist die Methode als Positionierung, denn «systemisch» beschreibt deine Ausbildung und nicht die Veränderung deiner Kunden. Die zweite ist die Angst, mit einem spitzen Satz Menschen auszuschließen — dabei sortiert ein unscharfer Satz ebenfalls aus, nur zufällig statt gewollt. Die dritte ist die Sprache der Kollegen. Wer schreibt, wie die eigene Branche spricht, wird von Kunden überlesen, weil Kunden andere Worte für ihr Problem benutzen als Fachleute.

Der Satz ist kein Slogan, sondern ein Spiegel

Ein Positionierungssatz soll nicht gefallen, er soll treffen. Wenn ihm alle zustimmen, ist er zu allgemein. Wenn er bei manchen ein «genau das bin ich» auslöst und bei anderen gar nichts, sitzt er. Prüfe ihn an drei Menschen, die zu deinen Wunschkunden gehören — und an dreien, die es nicht tun.

Wo es allein schwierig wird

Die drei Fragen bringen die meisten weit. Der Punkt, an dem es hakt, ist der blinde Fleck: Was sich für dich mühelos anfühlt, siehst du selbst am schlechtesten. Deshalb steht am Anfang unserer Arbeit ein Essenzgespräch unter vier Augen und nicht ein Fragebogen allein.

Was eine Positionierung überhaupt ist und woran man eine gute erkennt, steht auf der Seite Positionierung als Coach. Für den Schritt danach zeigt die Seite Positionierung für Berater, wie derselbe Weg bei beratenden Berufen aussieht.

Häufige Fragen

Wie finde ich als Coach meine Positionierung?

Über drei Fragen, die an deiner Ausbildung vorbeigehen: In welchen Momenten fühlst du dich am lebendigsten in deiner Arbeit? Was sagen andere über dich, das du selbst als unwichtig abtust? Und welche Transformation erleben deine Kunden, die nichts mit deiner erlernten Methode zu tun hat?

Woran merke ich, dass der Satz stimmt?

Daran, dass der richtige Mensch sich sofort darin erkennt und der falsche sich selbst aussortiert. Ein Satz, dem alle zustimmen, ist zu allgemein. Ein Satz, der bei manchen ein «genau das bin ich» auslöst und bei anderen gar nichts, sitzt.

Was ist der häufigste Fehler dabei?

Die eigene Methode als Positionierung auszugeben. «Systemischer Coach für Führungskräfte» beschreibt eine Ausbildung, kein Ergebnis. Der zweithäufigste Fehler ist, das Selbstverständliche zu übergehen: Was sich für dich mühelos anfühlt, ist oft genau die Stärke, die andere an dir sehen.

Wie lange dauert das?

Allein: unterschiedlich, oft Monate, weil der blinde Fleck im Weg steht. Mit uns: zwei Wochen, vom Essenzgespräch bis zum fertigen Positionierungssatz mit Wirkprinzip und Angebot.

Muss ich mich auf eine Nische festlegen?

Nein. Eine Positionierung ist keine Nische, sondern eine benennbare Wirkung. Du kannst mit unterschiedlichen Menschen arbeiten, solange sie zu dir kommen, weil sie dieselbe Veränderung suchen. Eng wird es nur, wenn der Satz beliebig bleibt, denn dann erkennt sich niemand darin.

Kann ich meine Positionierung später ändern?

Ja. Eine Positionierung ist eine Momentaufnahme deiner Essenz und deines Marktes, und beide entwickeln sich weiter. Die meisten schärfen ihren Satz nach ein bis zwei Jahren nach, statt ihn zu ersetzen. Der Kern bleibt dabei fast immer stehen, weil er aus dir kommt und nicht aus einem Trend.

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